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Das Café wird zum Coffeeshop

Das Cafe als Ort des Kaffeegenusses hat sich gewandelt. War es einst den Aristokraten vorbehalten, haben multinationale Ketten wie Starbucks heute schon Filialen in Dritte Welt Ländern. Die Geschichte des Kaffeehauses beginnt im Jahr um 1500, und nicht etwa in Paris, sondern in Mekka. Sie waren im Reich der Ottomanen beliebt geworden, allerdings wurde sie bei den Imans nicht gerne gesehen und verboten. 1530 öffnete das erste Kaffeehaus in Damaskus und kurze Zeit später in Kairo. Es dauerte hundert Jahre bis der Kaffeegenuss auch in nicht -ottomanische Europa kam. 1629 gab es ein erste Café in Venedig, 1650 folgte eines in Oxford, England (eröffnet von einem jüdischen Besitzer). Kaffee wurde beliebt auf der Insel, und 1650 gab es bereits 3000 Kaffeehäuser in England, und der Trend sollte weiter bestehen bleiben.

1672 brauchte Pasqua Rosée die neuen Läden auch nach Paris und sicherte sich sogleich ein Monopol für die französische Hauptstadt. Die österreichische Kaffeehauskultur begann 1683 in einer Cafeteria mit dem Ukrainer Jerzy Franciszek Kulczycki, der auch als erster sich traute, den Kaffee mit Milch zu vermischen. Im 18. Jahrhundert folgten dann die ersten Eröffnungen in Italien.

In Mitteleuropa setzte sich bald der Begriff Café durch, das französische Wort für Kaffee. Damit war ein Restaurant gemeint, dass vornehmlich Kaffee und Kuchen servierte. Eine Ausnahme bilden die Niederlande und Belgien, wo es in einem Café auch Alkohol gibt. Die Holländer haben noch eine andere Besonderheit: Hier gibt es das Kaffeehaus, wo man Kaffee bekommt, und den Coffeeshop, wo es weiche Drogen wie Haschisch und Cannabis gibt.

Cafés entwickelten sich prächtig in Deutschland, faste jede Stadt und sogar viele Dörfer zählten es zum festen Bestandteil der Geschäftswelt. Es war ein Ort, an dem man sich traf, ein Ort der Kommunikation und des Verweilens. Für viele zählte das Café mit seinen oft plüschigen Einrichtungen und Sofas zum Inbegriff der deutschen Gemütlichkeit.

Aus Amerika schwappte in den späten 90er Jahren die Coffeeshop-Welle nach Europa, unterstützt auch von australischen Ebenbildern. Der Unterschied zum Café war, dass es neue Sorten an Kaffee gab, zum Beispiel den Latte Macchiato, und dass man den Kaffee auch mitnehmen konnte – undenkbar für deutsche aber auch österreichische Kaffeehausbesitzer. Man hatte sich so gerade mit einen Espresso und der Schlagsahneversion des Cappuccino arrangieren können. Und in der Tat war der Start für Ketten wie Starbucks in Deutschland schwierig, aber nach diesen Anlaufschwierigkeiten etablierten sich immer mehr Coffeeshops in den Zentren der Großstädte. Heute ist es Teil des urbanen Lifestyles geworden, einen Coffee To Go mit sich herumzutragen oder in einem Coffeeshop vor seinem Laptop zu sitzen. Die alten Kaffeehäuser gibt es immer noch, aber sie verschwinden mehr und mehr aus den Innenstädten der europäischen Metropolen. Es wird sich zeigen, ob es wieder eine Renaissance geben wird.